Suche nach ...

Anmelden

Melde dich mit deiner syBos-ID an. Bestätige anschließend die E-Mail in deinem Postfach, um dich einzuloggen. Mit der Anmeldung hast du Zugriff auf interne Dokumente im Downloadcenter, kannst Schnellzugriffe setzen und Personalisierungen vornehmen.

Übung und Ausbildung

Großübung in Finklham: Bus-Kollision mit Gefahrstoffaustritt

Bezirk Eferding zur Übersicht

Ein schwerer Verkehrsunfall mit rund 30 Verletzten und einem Gefahrstoffaustritt stand im Mittelpunkt einer groß angelegten Alarmstufe-3-Übung am 18. September in Finklham. Acht Feuerwehren aus drei Bezirken übten gemeinsam mit dem Roten Kreuz die Menschenrettung und das Vorgehen bei einem Gefahrgutunfall.

Um 19 Uhr begann die von der Feuerwehr Finklham ausgearbeitete Großübung. Das Szenario: Ein voll besetzter Linienbus war seitlich mit einem Gefahrguttransport kollidiert, beide Fahrzeuge kamen daraufhin von der Straße ab und ein Pkw prallte in den verunglückten Bus. Rund 30 Fahrgäste und Pkw-Insassen mussten mit unterschiedlich schweren Verletzungen gerettet werden. Gleichzeitig trat am Gefahrguttransport ein Gefahrstoff aus.

Der Einsatzleiter HBM Alexander Lang gliederte die Arbeiten in zwei Abschnitte. Ein Teil der Einsatzkräfte sicherte die Unfallfahrzeuge, schuf Rettungsöffnungen, befreite die Fahrgäste und unterstützte den Rettungsdienst beim Abtransport. Vor allem die große Zahl an Verletzten stellte Feuerwehr und Rettungsdienst vor eine anspruchsvolle logistische Aufgabe.

Parallel dazu sperrten die Feuerwehren den Gefahrenbereich weiträumig ab. Der Gefahrstoffzug der Feuerwehr Wels unterstützte die örtlichen Kräfte und rüstete Atemschutzträger mit Vollschutzanzügen der Schutzstufe 3 aus. Unter diesen erschwerten Bedingungen dichteten die Trupps zunächst das Leck am Gefahrstoff-Container ab und verhinderten so einen weiteren Stoffaustritt. Danach stabilisierten sie den Anhänger mittels Greifzug und Freilandverankerung. Die körperlich fordernde Arbeit unter Vollschutz verlangte dabei ein besonders sorgfältiges und abgestimmtes Vorgehen. 

Insgesamt kamen vier Atemschutztrupps zum Einsatz. Nach Abschluss ihres Auftrags durchliefen sie die vom Gefahrstoffzug Wels eingerichtete Dekontaminationsstraße. Für die Atemschutzträger und Führungskräfte war die Zusammenarbeit mit den Welser Spezialkräften besonders wertvoll: Sie konnten den Umgang mit der Gefahrstoffausrüstung unter realistischen Bedingungen erproben und wichtige Erkenntnisse für den Ernstfall gewinnen.

Bereits im Frühjahr hatte das Bezirks-Feuerwehrkommando Eferding bei einem Gefahrenstoff-Workshop für Führungskräfte die Einsatzmöglichkeiten des GSF Wels und weiterer Spezialeinheiten vorgestellt. In Finklham konnte das damals vermittelte Wissen nun in einem realitätsnahen Szenario angewendet werden. Zugleich bot die Übung Gelegenheit, die überregionale Zusammenarbeit der Feuerwehren und das Zusammenspiel mit dem Rettungsdienst weiter zu festigen.

An der Übung beteiligten sich die Feuerwehren Finklham, Scharten, Steinholz, St. Marienkirchen (inklusive EFU-Einheit), Wallern und Buchkirchen sowie die Feuerwehr Aschach mit dem Atemschutzfahrzeug und die Feuerwehr Wels mit dem Gefährliche-Stoffe-Fahrzeug. Vom Rettungsdienst waren das Rote Kreuz Eferding und Grieskirchen mit 13 Rettungswagen und einem Notarzt vertreten; gemeinsam mit den Übungsdarstellern waren rund 200 Personen an der Übung beteiligt. Ein besonderer Dank gilt HBI Jörg Doppelbauer und HBM Alexander Lang für die Ausarbeitung der umfangreichen Übung sowie allen beteiligten Einsatzkräften und Organisationen für die professionelle Zusammenarbeit.